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Richtspruch

Richtspruch:

Vernehmt den Spruch aus luftiger Höh´,
allwo nach altem Brauch ich steh´
und blicke kühn und froh einher,
als wenn ich selbst der Meister wär.


Wo gibt´s auf Erden eine Stadt,
die noch kein Feuerwehrhaus hat?
Wer eine kennt der sag es mir.
Ich bin dann nicht mehr lange hier,
fahre mit dem nächsten Zug fort,
und bau eins an diesem Ort.
Denn das ist keine gute Stadt,
die noch keine Feuerwehrhaus hat.


Geht ihr einmal durchs deutsche Land,
seht ihr erbaut von Meisterhand,
in allen Städten groß und klein
viele schöne Häuser schmuck und fein.
Kunstbauten sind´s aus alter Zeit,
sie stehen für die Ewigkeit,
bezeugen stolz und kühn noch heute,
was einstmals konnten unsere Leute.


Doch auch die jungen Gesellen lobet,
sie haben ihre Kunz erprobt
an manchen neuen Hauses Giebel
und die sind warhaft nicht übel.


Dies Werk macht seinem Meister Ehr´,
doch der Gemeinde noch viel mehr
und ihrem tücht´gen Bürgermeister
Fischkal heißt er.


Der muß von füh bis spät sich plagen
in guten wie in schlechten Tagen
um der Gemeinde Wohlergehen.
Wir alle die wir heut hier stehn,
woll´n ihm dies nimmer vergessen.
Kaum einer von uns kann´s ermessen,
welch große Sorg er stets hat,
um eure liebe Vaterstadt.


Die eine Sorge kann er abhaken,
die schlägt ihm nicht mehr auf den Magen.
Sein Feuerwehrhaus hat er bekommen,
er hat sich lang darauf besonnen.


An diesem Ort die Feuerwehr
zieht bald ein, Sie freut sich sehr.
Mit Spritze, Rohr, Schlauch und Gefährt,
und was ihr sonst noch so gehört.


Wie schnell geht´s bei Sommerhitze,
bei jederm Gewitter zucken Blitze,
und schlägst dann ein in Scheun´und Stroh
brennt ruck-zuck alles lichterloh.


Die Feuerwehr wird alarmiert
und kommt auch sofort anmarschiert,
sie löscht den Brand mit sicherer Hand,
das wird ihr sehr hoch anerkannt.


Ist das löschen dann vorüber,
geht man ins Wirtshaus obendrüber.
Zuletzt räumt man noch den Löschzug auf,
dazu braucht man ein Feuerwehrhaus.


Jetzt wissen alle ganz genau,
wie wichtig ist dieser neue Bau.
Und nun noch eins, ihr frohen Gäste,
vergesst bei diesem frohen Feste
auch uns nicht ganz, uns Handwerkersleute,
die wir so manchen Tag, bis heute,
dies Feuerwehrhaus bauten auf.
Nehmt noch ein paar Worte in Kauf:


Die Maurer und wir Zimmerer
und all die anderen ringsrumher,
wir haben mit vereinter Kraft
an diesem Bau geschafft.
Wir haben keine Müh´gescheut.
Nun sagt ob ihr zufrieden seid.
Sagt´s frei und offennur herraus,
wie´s euch gefällt, dies neue Haus.


Ich sehe es gefällt euch schon,
das ist für uns der größte Lohn.
So hört nun von erhöhtem Ort
nach altem Brauch ein Segenswort.
Ich ruf es in die Welt hinein
und schließ mich selbst im Wunsch mit ein.


Das Dorf, es soll jahrein, jahraus
stets glücklich sein mit diesem Haus.
Es mög berühigen immerdar
die riesengroße Bürgerschar.
Wir rufen auf die Feuerwehr
und all die Leut ringsumher,
auf den Bürgermeister und seinen Gemeindevorstand daneben
ein "Wasser marsch, Wasser marsch, Wasser marsch"
Sie sollen leben


Nicht minder sollen die Gesellen,
die mit Axten und den Keilen
gezimmert und gemauert hier,
ein Segenswort erlauben hier:
Des Handwerksstandes Stolz und Zier
soll leben durch den Becher hier.
Hoch! Hoch! Hoch!


Dem Architekten, der zum Bau
den Grundriß hat erdacht ungenau,
ihm sei dies letzte Glas geweiht
zum Glück und Heil für alle Zeit!
Hoch! Hoch! Hoch!


Wohlan, so lasst uns segnen
dies Haus auf immerdar.
Der Herrgott soll´s beschützen
vor Brand, vor Krieg und vor Gefahr!

Damit sich dies alles erfüllt
mein letztes Glas dem Bürgermeiser gilt!
Hoch! Hoch! Hoch!

Nun zersplittere im Grund
geweiht sei dieser Bau zur Stund!
Hoch! Hoch Hoch!



von Frank Martin Zimmermeister, Springen, den 04.08.2006