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Alarmierung

Mit der Bayern weiten Einführung des EDV-Programms „BASIS“ (Bayerisches Alarmierungs- und Sicherheits-Informations-System ) im Jahre 1995 wurde auch bei den Feuerwehren im Landkreis Erlangen-Höchstadt ein neues Zeitalter eingeläutet. Zeitaufwendiges Suchen in Alarmierungsordnern und manuelles Eintippen von Zahlenkombinationen auf Tastaturblöcken wurde abgelöst durch Anklicken von Einsatzstelle und Alarmstufe mittels Maus. Außerdem wurde zum selben Zeitpunkt durch die Einrichtung von Nachalarmierungsstellen bei den Stützpunktwehren Höchstadt, Herzogenaurach, Heroldsberg und Baiersdorf eine Arbeitsentlastung bei den Polizeiinspektionen erreicht. Nichts geändert hat sich an den beiden Notrufnummern 110-Polizei und 112-Feuerwehr. Mit beiden Nummern erreicht man im Landkreis die Polizeidienststellen. Dort werden die Schadensmeldungen entgegengenommen und durch gezielte Fragen die notwendigen Informationen für die weitere Verständigung der zuständigen Hilfsorganisationen gesammelt. Stellt sich heraus, dass für das gemeldete Ereignis die Feuerwehr zuständig ist, wendet sich der Polizeibeamte dem EDV-Programm „BASIS“ zu und gelangt durch einen Mausklick auf den Alarmierungsbutton zu einer Auswahlliste von Objekten. In dieser Datenbank werden alle Objekte wie Städte, Dörfer, Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnübergänge usw. des gesamten Landkreises in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Ebenfalls erscheinen hier Objekte mit erhöhtem Gefahrenpotential wie z.B. Krankenhäuser, Altenheime, Industrieobjekte usw. Nachdem nun aus dieser Objektliste mit einem weiteren Mausklick die entsprechende Einsatzstelle angewählt wurde, erscheint auf dem Bildschirm eine weitere Liste mit insgesamt sieben Alarmstufen. Hier handelt es sich um eine Unterteilung nach der Art der Einsätze. Die Stufen 1 - 3 ermöglichen eine Alarmierung für Kleinbrände (Mülltonne), Mittelbrände (Zimmer, Garage...)- und Großbrände (Wohnhaus, landwirtschaftliches Anwesen...), die Stufen 4 - 6 sind für Technische Hilfeleistungen von Ölspuren über Unfälle mit eingeklemmten Personen bis zu Massenunfällen. Die Stufe 7 ist für Schadensereignissen mit Gefahrstoffen vorgesehen. Nachdem die entsprechende Alarmstufe ausgewählt worden ist, startet automatisch die eigentliche Alarmierung der zuständigen Feuerwehren. Der Rechner greift hier auf eine weitere Datendatei zu, in der zu jedem Objekt ein so genannter Alarmplan hinterlegt ist. In diesem Alarmplan sind die zu verständigenden Feuerwehren entsprechend den sieben Alarmstufen eingetragen. Über einen an der Rechnerschnittstelle angeschlossenen Alarmgeber werden Signale ausgegeben, die über die Antennen des Feuerwehrfunkkanals im gesamten Landkreis ausgestrahlt werden. Diese so genannten Tonrufkombinationen lassen die entsprechenden Sirenen aufheulen, bzw. die von den Feuerwehrdienstleistenden mitgetragenen Taschenmeldeempfänger beginnen zu piepsen. Gleichzeitig überwacht ein ebenfalls angeschlossener Kennungsauswerter die Alarmierung und wiederholt diese im Fehlerfall automatisch. Nach erfolgreicher Alarmierung erhält man auf dem Bildschirm Hinweise auf Einheiten, die telefonisch zu verständigen sind, wie z. B. die Rettungsleitstelle, oder die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes. Ist die vorher bereits erwähnte Nachalarmierungsstelle ebenfalls alarmiert worden, startet automatisch ein Kommunikationsprogramm und überträgt mittels Modems und Telefonleitung das Einsatzprotokoll als so genannten „Laufenden Einsatz„ an den Rechner der Nachalarmierungsstelle. Ab diesem Zeitpunkt können alle weiteren Alarmierungen von zusätzlich benötigten Feuerwehren und Verständigungen von so genannten „Wichtigen Stellen“, wie z.B. Elektrizitätswerk, Kläranlage oder Straßenmeisterei von den Feuerwehren selbst durchgeführt werden. Genauso können aber auch von den Nachalarmierungsstellen eigenständig Erstalarmierungen durchgeführt werden. Durch diese Maßnahmen wurde eine zeitgemäße Alarmierung erreicht, diese ermöglicht größtmögliche Alarmierungssicherheit um schnell Hilfe leisten zu können.