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Gemeinde-Ehrung unseres 1. Kommandanten

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Laudatio:

Als Erwin Bergner am 06. Januar 1978 mit 14 Jahren in die Feuerwehr Neuhaus eintrat, tat er das bestimmt nicht, weil er hoffte, irgendwann mal geehrt zu werden. Nein, damals war es ganz normal, dass man zur Feuerwehr ging.

Erwin brachte sich von Anfang an ganz besonders in die Wehr ein. Vielleicht, weil sein Vater schon lange als Kassier der Wehr fungierte. Wahrscheinlich jedoch eher, weil er Spaß am Feuerwehrdienst hatte und bald merkte, dass dies genau sein Ding ist. Bereits mit 22 Jahren machte er 1985 seinen Gruppenführer-Lehrgang. Und als die Feuerwehr Neuhaus nach dem schrecklichen Grubenunfall bei der Brauerei Schmidt mit Atemschutzgeräten ausgerüstet wurde, ließ er sich als erster an diesen Geräten ausbilden.

Schon zu dieser Zeit hat er sich für die Feuerwehr stark gemacht.
Doch nicht nur bei den Aktiven, sondern auch im Verein übernahm er Aufgaben. So löste er 1985 seinen Vater Heinrich als Kassier ab und führte dieses Amt 12 Jahre, bis er es 1997 wieder in die Hände seines Vaters zurückgab.

In den Jahren 1985/86, als das Gerätehaus unter Bürgermeister Ewald Münch an der Neuhauser Hauptstraße 48a gebaut wurde, verbrachte er viele Stunden auf der Baustelle. Zeitgleich war er bei der Anschaffung eines gebrauchten LF 8 von der Feuerwehr Diedorf bei Augsburg maßgeblich mit beteiligt.

Schon bald erkannte er, dass die Einsatzkraft der Feuerwehr während des Tages immer mehr nachließ. Was also lag näher, als die Frauen des Ortes zu aktivieren? Dieser Vorschlag kam sicher nicht bei allen Kameraden gleich gut an. Doch der enorme Zuspruch der Frauen gab ihm recht. Am 01.03.1991 konnte er offiziell die erste Damengruppe der Feuerwehr Neuhaus vorstellen. Und heute sind die Frauen aus der Wehr nicht mehr wegzudenken.

Am 14. April 1991 wurde er im Alter von 28 Jahren, in seinen Bemühungen um die Feuerwehr darin bestätigt, dass ihn die Aktiven, als Nachfolger von Gerhardt Franze zum 1. Kommandanten wählten. Das bedeutete für die folgenden Jahre, noch mehr Einsatz, noch mehr Lehrgänge, noch mehr Schulungen. Und viele, viele Übungen mit der neuen Damengruppe, deren Ausbildung ihm sehr am Herzen lag. So fast nebenbei ermöglichte er die Anschaffung eines gebrauchten VW-Busses.

Immer wieder richtete sich sein Blick in die Zukunft. Er wollte „seine Wehr“ weiterbringen, zu einer einsatzstarken Gruppe machen. Er setzte sich 1995 dafür ein, dass zwei Gruppen die Prüfung Technische Hilfeleistung ablegen konnten, obwohl die Feuerwehr Neuhaus zu diesem Zeitpunkt noch nicht über eine entsprechende Ausrüstung verfügte.

Als das alte LF 8 im Jahr 1998 so langsam seinen Dienst einstellte, setzte er alles daran, ein modernes, leistungsfähiges Löschfahrzeug zu erwerben. Viele Stunden Ausarbeitung, Angebotseinholung und –Prüfung, Besichtigungen und Testfahrten später, erfolgte die Bestellung des neuen Löschfahrzeuges LF 8/6 mit Wasser und technischem Hilfeleistungssatz an Bord. Ganz klar, dass die Einweihung des neuen Fahrzeuges gebührend gefeiert wurde.

Zeitgleich ermöglichte Erwin es, dass die Aktiven zukünftig zusätzlich zu Piepser und Sirene auch per SMS alarmiert werden.

Zu seinen vielfältigen Aufgaben als Kommandant gehörte für ihn auch immer die Betreuung der Jugendfeuerwehr. Nachdem hier die Anforderungen immer höher wurden, besuchte Erwin extra einen Lehrgang, damit er weiterhin die Ausbildung in der eigenen Wehr durchführen konnte. Im Jahr 2000 regte er an, dass die Jugendfeuerwehr eine eigenständige Abteilung im Verein werden sollte. Seitdem hat die Jugend eine eigene Jugendsatzung, eine eigene Kasse und verwaltet sich größtenteils selbst.

Wie wir schon gehört haben, war Erwin immer darauf bedacht, die Wehr weiterzubringen, zu erneuern und zu aktivieren. Und natürlich auch immer wieder ins Bewusstsein der Mitbürger zu rufen. Das Medium Internet bot dafür eine gute Plattform. Mit Hilfe seines zweiten Kommandanten Artur Zwanzger erstellte er eine eigene Homepage für die Feuerwehr. Und auch so manche Pressemitteilung hat er auf den Weg gebracht.

Die Vorbereitungen zum 125jährigen Gründungsfest der Feuerwehr Neuhaus im Jahr 2003 zusätzlich zum „normalen“ Feuerwehrbetrieb verlangten ihm so Einiges ab. Böse Zungen behaupten, dass er damals die ersten grauen Haare bekam.

Seinem Einsatz und seiner Unermüdlichkeit tat dies jedenfalls keinen Abbruch. Immer auf der Suche nach Verbesserungen, initiierte er die Beschaffung eines Mehrzweckanhängers und eines Mehrzweckfahrzeuges (als Ersatz für den alten VW-Bus). Allerdings passten diese nicht in das bestehende Gerätehaus. Mit dem Wunsch nach einem Anbau, oder alternativ einer Garage, trat er an die Gemeinde und den damaligen Bürgermeister Armin Goß heran. Nach etlichen Diskussionen fiel die Entscheidung zugunsten eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Wie viele Stunden er dafür in Planungen, kurzen und langen Besprechungen, Sitzungen, Ortsbegehungen usw. verbrachte, vermag er wahrscheinlich selbst nicht mehr zu sagen. In jeder freien Minute und selbst am Sonntag war und ist er auf der Baustelle zu finden. Und noch ist das Haus nicht fertig. Etliche Arbeiten stehen noch an, bevor der Umzug stattfinden kann.

Zur Einweihungsfeier wird auf jeden Fall die Feuerwehr aus der Partnerstadt Feldbach eingeladen, zu der Erwin bereits im Jahr 2007 freundschaftliche Kontakte knüpfte.

So ganz „nebenbei“ kümmert er sich auch um den normalen Feuerwehrdienst, arbeitet Unterrichte aus, plant Übungen und ist auch um das gesellige Beisammensein bemüht. Und auch, wenn er sich im wohlverdienten Urlaub befindet, sorgt er dafür, dass den aktiven Feuerwehrkameraden durch ein erhöhtes Einsatzaufkommen nicht langweilig wird.

Es gibt bestimmt noch viel, viel mehr zu berichten. Das würde diesen Rahmen heute jedoch sicher sprengen. So will ich nur noch folgendes sagen:

Erwin ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Er findet Lösungen für schwierige Themen aus allen Bereichen. Er geht selten einer Diskussion aus dem Weg; versucht jedoch, nach Möglichkeit immer einen Kompromiss zu finden. Er ist ehrlich und offen für die Belange der Kameradinnen und Kameraden. Der starke Zusammenhalt und die ausgeprägte Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr Neuhaus sind zum großen Teil sein Verdienst.

Dafür wollen wir ihm heute Dank sagen und ihm diese Ehrenurkunde überreichen.

Presse Link:

InFranken.de