2016 - ein ereignisreiches Jahr

Heiße Männer bei der Feuerwehr Neuhaus

Video - Brandcontainer 2016 bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg

Heiße Männer bei der Feuerwehr Neuhaus

Am Samstag den 02.04. waren meine Kameraden und ich im Brandcontainer der Berufsfeuerwehr Nürnberg. 

Nach einer kurzen Einweisung ging es gleich in den Brandcontainer zwecks Hitzegewöhnung. Wobei das Wort „gewöhnen“ hier etwas fehl am Platz ist. Nachdem der Lehrgangsleiter den Container und uns so richtig eingefeuert hatte, „durften“ wir uns vom Boden erheben und uns hinstellen. Dabei wurde das Hitzeausmaß erst so richtig deutlich. Allen lief der Schweiß, das Atmen fiel vor lauter Hitze immer schwerer, die Augen brannten. Keiner der nicht vor lauter Dämpfen mit den Tränen kämpfte. Dann der befreiende Moment; wir durften wieder raus aus der Flammenhölle. Und das war nur der Vorgeschmack. Ich dachte bei mir: „Nur gut, dass ich eben noch genug getrunken habe“.

Nach einer weiteren Einweisung in die verschiedenen Szenarien, die wir im Laufe des Tages noch durchlaufen würden, ging es auch zügig los. Der erste Trupp rüstete sich aus und ging los. Der zweite Trupp (Rettungstrupp) waren mein Kamerad und ich. Beim Warten auf den Einsatzbefehl des Übungsleiters ahnten wir beide schon, dass diese Übung in keinster Weise mit dem jährlichen Atemschutzdurchgang im „Kriechkeller“ vergleichbar wird. Das bestätigte sich dann noch mehr, als die ersten Kameraden dampfend aus der Feuersbrunst raus kamen. 

Nun waren wir dran. Einsatzbefehl „Brand in Kellerwohnung. Person vermisst“. 

Langsam und ordnungsgemäß öffneten wir die erste Tür auf dem Dach des Containers. Dicke Rauchschwaden kamen uns entgegen, die Sicht war gleich null und die erste Hitze zu spüren. Unter uns eine Wendeltreppe mit Gitterrost in Vollbrand. Auch nach gefühlten Minuten des Löschens keine Entwarnung in Sicht. Die unglaubliche Hitze von unten durchschlug nun fast die schwere Einsatzjacke und die dicke Überhose. Wir mussten sogar ein paar Schritte zurückgehen, um nicht direkt im Feuer zu stehen. Dann endlich konnten wir die Treppe ablöschen und uns weiter fortbewegen. Durch das Löschen und dem daraus entstehenden Wasserdampf gab es keine Chance mehr auf Abkühlung, da die Kleidung nun klamm war und die Hitze nahezu ungefiltert an den Körper weiter gab. Wir drangen weiter vor. Immer mit dem unguten Gefühl, dass die Treppe hinter uns und somit der Rückzugsweg wieder anfangen könnte zu brennen. Mein Kamerad der hinter mir war, sicherte mich. Wir beide saugten jetzt schon wie verrückt an unseren Masken, um mehr Luft zu bekommen. Nachdem wir durch einen schier unendlich langen Gang auf allen vieren gekrabbelt waren, entdeckten wir nun endlich den eigentlichen Brand.  Schnell realisierten wir, dass es sich um einen Fettbrand handelte, bei dem man auf keinen Fall mit Wasser vorgehen sollte, da man ansonsten eine „Fettexplosion“ herbei ruft. Routiniert deckte ich den Topf einfach mit dem Deckel zu. Endlich das befreiende Kommando „Feuer aus!“ meines Kameraden zum Lehrgangsleiter, der uns immer an den Fersen hing. Das war aber nur der erste Teil. Ich schaute auf meine Luft, es war schon mehr raus als erwartet. Die Zeit drängte also, die vermisste Person zu finden. Dann endlich; mein Kamerad ertastete einen weichen Gegenstand am Boden. Es war die vermisste Person. Mir lief es trotz Hitze eiskalt den Rücken runter. Nun konnten wir die zweite erlösende Rückmeldung geben „Person gefunden. Sind auf dem Rückweg!“ Die Person (Puppe) war endlos schwer. Nach einer gefühlten Ewigkeit, zwei absolut verqualmten Räumen und einem Stockwerk später, standen wir nun wieder oben auf dem Container, wo sich der Ausgang befand. Die Übung war zu Ende. Ich konnte es kaum erwarten, mir die Maske runter ziehen zu dürfen. Mein Kamerad und ich qualmten vor lauter Hitze, Rauch und Wasserdampf. Raus aus der Jacke und schnell was trinken, dachte ich nur. Nachdem wir unser Equipment an die nächsten Kameraden weiter gegeben hatten, gingen auch schon die nächsten in die Feuerhölle. 

Unser Lehrgangsleiter, der mit uns im Container war, gab großes Lob und etwas Manöverkritik an uns weiter. 

Nach kurzer Zeit ging es wieder rein. Es folgten noch zwei weitere nervenaufreibende, schweißtreibende und kräftezehrende Durchgänge, bis wir endlich erlöst wurden.

Ich glaube, eins ist noch mal deutlich geworden. Wir sind sehr froh, dass uns die Gemeinde die Möglichkeit gegeben hat, zum Schutz unserer Mitbürger und uns selbst, diese „Heiß-Übung“ durchführen zu können. Dass wir die erlernten Kenntnisse aber tatsächlich einsetzen müssen, hofft keiner von uns! 

Gez. ein Kamerad der Feuerwehr Neuhaus

Link zum Artikel des KFV EHR